
Handwerkerportale oder eigene Anfragen: Was sich 2026 wirklich lohnt

Handwerkerportale oder eigene Anfragen: Was sich 2026 wirklich lohnt
01Portale oder eigene Anfragen, worum es wirklich geht
80 Euro für eine einzige Anfrage, und trotzdem sitzen vier andere Betriebe mit demselben Kunden am Telefon. So laeuft der Alltag auf vielen Handwerkerportalen. Die eigentliche Frage ist nicht, ob ein Portal Anfragen bringt (das tut es), sondern was ein gewonnener Auftrag am Ende kostet und wem die Kundenbeziehung gehört.
Laut Zahlen des ZDH zählt das Handwerk in Deutschland über eine Million Betriebe. Sie alle buhlen um Kunden, und Portale versprechen die Abkürzung zum vollen Auftragsbuch.
Grob gibt es zwei Wege. Der erste laeuft über Marktplaetze, die zwischen dir und dem Kunden stehen und dafür kassieren. Der zweite laeuft über deine eigene Website und deine Sichtbarkeit bei Google, wo die Anfrage direkt bei dir landet, ohne Umweg.
Bei den Portalen zahlst du unterschiedlich. Manche verlangen eine Kontaktgebühr als Prozentsatz vom Auftragswert, andere verkaufen einzelne Leads zum Festpreis, wieder andere arbeiten mit einer monatlichen Flatrate. Diese Abrechnungslogik entscheidet später darüber, ob sich das Ganze für deinen Betrieb überhaupt rechnet.
02Wie Handwerkerportale abrechnen
Die bekanntesten Namen im deutschen Markt sind MyHammer, Blauarbeit, Aroundhome und CHECK24 Profis. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie und wann sie Geld nehmen.
MyHammer arbeitet als Marktplatz und ruft laut Vergleichsseiten eine Kontaktgebühr im Bereich von rund 8 bis 12 Prozent des Auftragswerts ab. Bei einem Auftrag über 3.000 Euro sind das schnell 240 bis 360 Euro, fällig sobald der Kontakt zustande kommt. Blauarbeit setzt dagegen auf ein Flatrate-Modell mit etwa 99 Euro pro Monat. Das trägt sich nur, wenn du konstant viele Anfragen abarbeitest.
Aroundhome und ähnliche Vermittler verkaufen Leads nach dem CPL-Prinzip, also Kosten pro Kontakt. CHECK24 Profis arbeitet mit Provisionen und Vermittlungsgebühren, deren Höhe je nach Gewerk variiert.
Der Haken sitzt fast überall an derselben Stelle. Die Anfrage ist selten exklusiv. Laut anfragenfluss.de stellen die meisten Portale dieselbe Anfrage mehreren Betrieben gleichzeitig zur Verfügung. Du bezahlst also für einen Kontakt, um den du danach noch mit drei oder vier anderen konkurrierst.
Wer zuerst und am freundlichsten zurückruft, gewinnt oft das Rennen. Die reine Gebühr auf der Preisliste sagt darum wenig darüber aus, was ein Auftrag am Ende wirklich kostet.
| Portal | Preismodell | Ungefähre Gebühr | Anfrage exklusiv? |
|---|---|---|---|
| MyHammer | Kontaktgebühr | 8 bis 12 % vom Auftrag | Nein |
| Blauarbeit | Flatrate | ca. 99 Euro/Monat | Nein |
| Aroundhome | Preis pro Lead | oft 30 bis 90 Euro | Nein |
| CHECK24 Profis | Provision | variabel | Nein |
Quelle: sellwerk.de und handwerksguide.de, Stand 2025. Gebühren variieren je nach Gewerk und Region.
03Was ein Portal-Lead pro Auftrag wirklich kostet
Rechne nicht in Preis pro Anfrage, sondern in Kosten pro Auftrag. Das ist der Unterschied zwischen einer teuren und einer wirtschaftlichen Neukundenquelle.
Ein Beispiel aus der Branche. Du zahlst 80 Euro pro Anfrage. Von 100 Anfragen schließt du bei geteilten Leads realistisch drei Aufträge ab, also 3 Prozent. Die 100 Anfragen kosten dich 8.000 Euro, verteilt auf drei Aufträge macht das rund 2.667 Euro pro gewonnenem Auftrag.
In dieser Zahl steckt noch keine Minute Vertriebszeit. Jeder Rückruf, jedes Aufmaß und jedes Angebot kommt obendrauf. Und bei geteilten Leads schreibst du viele Angebote, die dann ein anderer Betrieb einheimst.
Steigt deine Abschlussquote auf 6 Prozent, halbieren sich die Kosten pro Auftrag auf rund 1.333 Euro. Genau hier liegt der Hebel. Exklusive Anfragen, bei denen du der einzige Ansprechpartner bist, haben meist eine deutlich höhere Abschlussquote als geteilte.
Für einen Malerbetrieb mit 40 Prozent Marge und 3.000 Euro Auftragswert bleibt nach 2.667 Euro Leadkosten kaum etwas übrig. Für einen Betrieb mit 12.000 Euro Auftragswert sieht dieselbe Rechnung völlig anders aus. Bevor du ein Portal abonnierst, solltest du diese Zahl für dein Gewerk kennen.
Deine Kosten pro Auftrag kennen
Wir rechnen deine echten Leadkosten mit dir durch und stellen sie einem eigenen Anfrage-System für deinen Betrieb gegenüber.
Kosten pro Auftrag klären04Eigene Anfragen über Website und Marketing entstehen so
Eigene Anfragen entstehen nicht von allein. Dahinter steht ein System aus mehreren Bausteinen, die aufeinander aufbauen.
Der Kern ist eine eigene Website, die aus Besuchern echte Anfragen macht. Einmalig liegst du je nach Anbieter grob zwischen 2.000 und 6.000 Euro. Damit die Seite gefunden wird, kommt Local SEO dazu, laufend etwa 300 bis 800 Euro im Monat, je nach Wettbewerb in deiner Region.
Bewertungen im Google Unternehmensprofil kosten kein Geld, aber Konsequenz. Zwanzig neue Vier- und Fünf-Sterne-Bewertungen im Jahr verschieben deine Position in der lokalen Suche spürbar. Für schnelle Sichtbarkeit kannst du zusätzlich Google Ads schalten. Das Budget bestimmst du selbst und drehst es saison-abhängig hoch oder runter.
Der entscheidende Unterschied zu Portalen liegt im Besitz. Jede Anfrage, die über ScaleMeister und dein eigenes System kommt, gehört dir exklusiv. Kein anderer Betrieb bekommt denselben Kontakt. Und jeder Euro, den du in Sichtbarkeit steckst, baut deine eigene Marke auf statt die eines fremden Marktplatzes. Nach zwei Jahren zahlst du für einen Auftrag oft nur noch einen Bruchteil dessen, was ein Portal verlangt.
05Direktvergleich: Portale gegen das eigene System
Stell beide Wege nebeneinander, dann wird schnell klar, warum die reine Preisfrage in die Irre führt.
- Kosten pro Auftrag: Beim Portal hoch und schwankend, weil du geteilte Leads bezahlst. Beim eigenen System sinkt der Preis pro Auftrag mit jeder zusätzlichen Anfrage.
- Exklusivität: Portal-Anfragen teilst du dir mit der Konkurrenz. Eigene Anfragen gehören dir allein.
- Abhängigkeit: Erhöht ein Portal die Gebühren oder ändert die Regeln, hast du keine Wahl. Deine Website bleibt deine Website.
- Skalierbarkeit und Marke: Jede Kampagne für dein eigenes System stärkt deinen Namen, nicht den des Marktplatzes.
Portale haben einen echten Vorteil, den man klar benennen muss. Sie liefern sofort. Ein eigenes System braucht ein paar Monate, bis Local SEO greift und die Website oben rankt. Wer naechste Woche Aufträge braucht, ist mit einem Portal kurzfristig besser bedient.
Wie du diese Anfragen dann in bezahlte Aufträge verwandelst, hängt an der Conversion deiner Seite. Mehr dazu findest du in unserem Überblick über die Leistungen und in den Conversion-Elementen für Handwerker-Websites. Ein Portal-Lead ist wertlos, wenn deine Seite ihn nicht zur Anfrage bewegt.
06Ab wann sich das eigene System rechnet
Rechne den Kipp-Punkt aus, dann triffst du die Entscheidung mit Zahlen statt Bauchgefühl.
Angenommen, dein eigenes System kostet dich anteilig rund 900 Euro im Monat, also etwa 400 Euro Local SEO und der Rest für Website-Pflege und ein kleines Ads-Budget. Bringt dieses System bei exklusiven Anfragen drei Aufträge im Monat, liegen deine Kosten pro Auftrag bei 300 Euro.
Dieselben drei Aufträge über ein Portal mit 2.667 Euro pro Auftrag kosten dich rund 8.000 Euro im Monat. Der Break-even ist damit früh erreicht. Sobald dein eigenes System mehr als einen Auftrag pro Monat liefert, arbeitet es günstiger als der Marktplatz.
Der ehrliche Haken sitzt beim Timing. In den ersten zwei bis vier Monaten zahlst du auf das eigene System ein, ohne dass die volle Sichtbarkeit schon da ist. Genau diese Anlaufzeit überbrücken viele Betriebe mit einem Portal, das parallel laeuft. Wenn du wissen willst, wie dein Kipp-Punkt für dein Gewerk und deine Region konkret aussieht, klaerst du das am besten in einem kostenlosen Erstgespräch.
Teile die monatlichen Portalgebühren durch die Zahl der wirklich gewonnenen Aufträge, nicht durch die Zahl der Anfragen. Erst diese Zahl kannst du mit den Kosten eines eigenen Systems ehrlich vergleichen. Alles andere täuscht dich über den wahren Preis.
07Entscheidungsraster nach Betriebstyp
Nicht jeder Betrieb braucht denselben Weg. Marge, Region und Vertriebsstärke entscheiden mit.
Ein junger Betrieb ohne Sichtbarkeit und mit freien Kapazitäten fährt anfangs mit einem Portal gut, weil er sofort Anfragen braucht und die Anlaufzeit eines eigenen Systems nicht überbrücken kann. Ein etablierter Betrieb mit guter Marge und Wartezeiten verbrennt beim Portal dagegen Geld, das er besser in die eigene Sichtbarkeit steckt.
Spezialisierte Betriebe mit hohem Auftragswert, etwa für Baeder oder Wärmepumpen, profitieren am stärksten vom eigenen System. Ein einziger exklusiver Auftrag deckt hier oft schon die Monatskosten. Wer im ländlichen Raum mit wenig Konkurrenz arbeitet, rankt bei Google meist schneller und günstiger als ein Betrieb mitten in der Grossstadt.
Für die meisten Betriebe ist der Hybrid der Regelweg. Ein Portal für das schnelle Volumen am Anfang, parallel der Aufbau des eigenen Systems, das nach einigen Monaten den Grossteil der Anfragen übernimmt. So senkst du Schritt für Schritt deine Kosten pro Auftrag und machst dich unabhängig von fremden Gebühren. Den strukturierten Einstieg dazu zeigt unser Onboarding, und welche Faktoren dein Ranking treiben, liest du in den Local SEO Ranking-Faktoren 2026.
Eigene Anfragen statt geteilter Portal-Leads
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Kostenloses Erstgespräch sichernUnverbindlich und ohne Verpflichtung, direkt mit einem Ansprechpartner.08Häufige Fragen
Lohnt sich MyHammer für kleine Handwerksbetriebe?
Für den Start und zum Auffüllen freier Kapazitäten kann MyHammer sinnvoll sein, weil sofort Anfragen kommen. Rechne aber mit einer Kontaktgebühr von rund 8 bis 12 Prozent und geteilten Leads. Bei niedrigem Auftragswert und schwacher Abschlussquote bleibt oft wenig Marge übrig. Prüfe deine Kosten pro Auftrag, bevor du dauerhaft darauf setzt.
Was kostet ein Auftrag über ein Handwerkerportal wirklich?
Nicht der Preis pro Anfrage zählt, sondern die Kosten pro Auftrag. Bei 80 Euro pro Anfrage und 3 Prozent Abschlussquote zahlst du rund 2.667 Euro für einen gewonnenen Auftrag, Vertriebszeit noch nicht eingerechnet. Steigt deine Abschlussquote, sinkt dieser Wert deutlich. Exklusive Anfragen schließen fast immer besser ab als geteilte.
Sind eigene Anfragen über die Website günstiger als Portale?
Auf Dauer meistens ja. Ein eigenes System aus Website, Local SEO und Bewertungen kostet anfangs Aufbau, liefert danach aber exklusive Kontakte zu planbaren Kosten. Nach einigen Monaten liegen die Kosten pro Auftrag oft bei einem Bruchteil der Portalgebühr. Der Nachteil ist die Anlaufzeit von zwei bis vier Monaten, bis die Sichtbarkeit greift.
Portal und eigene Website gleichzeitig, geht das?
Ja, dieser Hybrid ist für die meisten Betriebe der beste Weg. Das Portal liefert am Anfang schnelles Volumen, während du parallel dein eigenes System aufbaust. Sobald deine Website und dein Google-Profil ranken, übernehmen sie den Grossteil der Anfragen. Das Portal reduzierst du dann auf saisonale Lücken oder streichst es ganz.
